„Wir Frauen sind im Aufwind“

1. Frauenpolitfrühstück der FU Erzgebirge

1. Frauenpolitfrühstück der FU Erzgebirge

ZWÖNITZ.

Am 3. November 2012 lud die FU Erzgebirge erstmalig zu einem Frauenpolitfrühstück in die Austel-Villa nach Zwönitz ein.

„Frauen von heute warten nicht auf das Wunderbare – Sie inszenieren ihre Wunder selbst.“
(Katherine Hepburn)

Mit diesen Worten begrüßte die FU Kreisvorsitzende Lilly Vicedom die mehr als 30 Teilnehmerinnen. Mit Frauen anstatt über Frauen zu reden war das Ziel dieser Veranstaltung. Es kamen Frauen aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ausführlich zu Wort. In ihrer Eröffnungsrede betonte die FU Kreisvorsitzende, dass im Bund, in den Ländern, in den Kommunen Frauen an der Spitze stehen. Das haben diese Frauen sich hart erkämpft und hoffentlich gehen sie diesen Weg konsequent weiter. Wir stellen zahlreiche Ministerinnen, Oberbürgermeisterinnen und Landrätinnen! Unsere Forderungen sind Wirklichkeit geworden. Die Strategie ist aufgegangen. Frauen in Spitzenpositionen verändern die Gesellschaft. Weil wir Vorbild für andere sind. Weil wir andere Erfahrungen mitbringen. Weil wir andere Forderungen stellen. Wir Frauen besetzen Spitzenpositionen in der Politik. Das muss, ja das wird so bleiben. Im Interesse unserer Gesellschaft und unseres Landes.

Aber wie sieht es an der Spitze der Wirtschaft aus?
Mit Blick auf Frauen im Topmangement ist Deutschland immer noch Entwicklungsland. In den Vorständen und Aufsichtsräten sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Frankreich hat das, worüber Deutschland diskutiert. Eine vorgeschriebene Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten. Die momentane Quotendebatte in Deutschland fokussiert sich zu stark auf die Aufsichtsräte, nicht auf Frauen im Management oder im Vorstand. Das ist die weit größere Herausforderung. Mittelfristig müssen auch da mehr Frauen mit Familie sein können.

Lilly Vicedom stellte abschließend die Frage:
Wenn das in Frankreich so gut läuft, spricht das für eine gesetzliche Quote in Deutschland? Sie war der Meinung, die Super-Wahljahre 2013 und 2014 abzuwarten. Nächstes Jahr werden mehr als 80 Aufsichtsratsposten in Dax-Konzernen neu besetzt – und auch 2014 steht noch ein Umbruch an. Das ist die Nagelprobe dafür, ob eine freiwillige Selbstverpflichtung einen nachhaltigen Wandel bewirkt. Es gibt jetzt die historische Chance für einen Umbruch. Danach sollte man Bilanz ziehen. Schon jetzt stimmt es aber optimistisch, dass seit Einführung der Kodexempfehlung im Jahr 2009 mehr Frauen in börsennotierten Unternehmen in Aufsichtsräte eingezogen sind als in den Jahrzehnten zuvor. Der Trend stimmt.

"Wir Frauen sind im Aufwind"

„Wir Frauen sind im Aufwind“

Die im Anschluss folgenden Impulsreferate von Frau Ursula Friedsam (Geschäftsführerin Heinrich Schütz Residenz Dresden), Frau Claudia Lang (Referentin Regionale Gesundheitspolitik), Frau Rita Meisel (Geschäftsführerin Diakonisches Werk Stollberg) und Frau Regina Auerswald (Unternehmensberaterin) stießen auf großes Interesse. Sie bestätigten die vorgenannte Meinung, dass es weniger auf eine gesetzliche Quotenregelung sondern vielmehr auf eine bessere Vereinbarkeit für Familie und Beruf ankommt. Dort müssen die Rahmenbedingungen unbedingt noch weiter verbessert werden.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich die FU Kreisvorsitzende beim Blockflötenensemble „Flautato“, die das Frauenpolitfrühstück musikalisch bereicherten und stellte eine Neuauflage im nächsten Jahr an gleicher Stelle in Aussicht.

Bericht und Fotos: Lilly Vicedom/05.11.2012